~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Die Autorin Jenny Lawson erzählt in ihrem Buch „Irre
Glücklich“ ganz schonungslos von ihrem Leben mit Depressionen. Gleich zu Anfang
teilt Sie dem Leser aber mit, dass es sich hierbei nicht um einen Ratgeber oder
dergleichen handelt, sondern um ihre subjektive Art das Leben mit dieser
Krankheit zu meistern.
Außerdem erklärt sie, dass dies ein lustiges Buch über
das Leben mit einer psychischen Störung ist, denn schließlich geht es darum,
ein Gegengewicht zu all den dunklen Tagen zu schaffen und wenn man das Buch
nicht mag, dann ist man vielleicht einfach nicht gestört genug ;-)
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Auf ihre unnachahmlich liebenswürdige und verrückte
Art beschreibt Jenny Lawson ihren Kampf mit Depressionen und Angststörungen.
Indem sie »Ja« zu absurden Möglichkeiten sagt und so aus alltäglichen
Ereignissen wundervolle Momente macht, findet sie ihre ganz persönliche Waffe
gegen die Krankheit. Ja zu der Liebe zu einem ausgestopften Waschbären, ja zu
einer Australienreise, obwohl es sie oft überfordert, auch nur das Haus zu
verlassen, ja zu Ponys im Flugzeug und mitternächtlichen Katzenrodeos.
In den dunklen Stunden zehrt sie von diesen
Erinnerungen - eine Einstellung, die ihr Leben gerettet hat. Mit unendlich viel
Humor, Mut und Ehrlichkeit will die Autorin zeigen, dass wir nicht allein sind,
und uns die Stärke geben, trotz Depressionen das Leben auszukosten.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover, Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ich gebe zu, dass mich das Cover erst ein wenig
abgeschreckt hat, denn es ist schon ein wenig over the top. Ein Waschbär der
irre fröhlich guckt, das Ganze auf einem goldenen Hintergrund und mit goldenen
Glittern übersät. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, muss ich aber
gestehen, dass es einfach passt. Das Coverbild wirkt einfach SO übertrieben
glücklich, wie Jenny Lawson es manchmal einfach in ihrem Leben ist, denn man
muss all diese glücklichen Momente schätzen, damit Sie die schlechten in ihrem
Leben ausgleichen. Und auch der Waschbär auf dem Cover ist stammt nicht von
ungefähr ;-)
Die Kapitel sind meist eher kurz gehalten und vom Stil
auch gern unterschiedlich, so schildert Lawson mal eine Szene aus ihrem Leben
aus der Ich-Perspektive, dann gibt es auch Kapitel die komplett aus wörtlicher
Rede bestehen, dafür aber vielleicht auch nur 3 Seiten lang sind. Zudem war
Lawson bei der Wahl ihrer Überschriften sehr kreativ und so heißt es auch mal „
Ich bin nicht psychotisch. Ich habe nur das zwingende Bedürfnis, vor Ihnen in
der Schlange zu stehen“.
Zudem sind die Kapitel immer mal wieder mit kleinen
Erinnerungsbildern gespickt, die das Geschehen ein wenig untermalen.
Lawson weist den Leser zu Beginn auch darauf hin, dass
es in diesem Buch keinen roten Faden geben wird, man kann die einzelnen Kapitel
also auch gern in einer etwas anderen Reihenfolge lesen J
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ich war zu Anfang des Buches noch etwas skeptisch,
denn mich hat es interessiert, wie ein Leben mit Depressionen wirklich ist, mit
seinen Schattenseiten und all den Abgedrehtheiten, die man sich vielleicht gar
nicht vorstellen kann. Lawsons Idee, dass Menschen mit Depressionen Glück und
Freude vielleicht viel intensiver fühlen können, da sie eben auch lange Phasen
der Traurigkeit und Hilflosigkeit durchschreiten, teile ich auf jeden Fall.
Nach diesem Buch werden bestimmt noch mehr Menschen zu dieser Einsicht kommen.
Jedoch war ich zu Beginn etwas zurückhaltend beim Lesen, denn man wird sofort
mit dem kleinen Wahnsinn von Lawson überrannt und ihrer Art Dinge einfach zu
erzählen, die ihr so in den Sinn kommen und ihr passiert sind, dass ich das
Buch erstmal wieder zur Seite legen musste. Nachdem ich jedoch darauf gefasst
war, habe ich mir Geschichte für Geschichte durchgelesen, manchmal lachend,
aber auch oft mit einem Weinenden Auge. Wenn es aber um Themen wie
Selbstverletzung in einem Kapitel geht, dass weist Lawson auch freundlich
daraufhin, was ich lobenswert finde, da sich der Leser so kurz darauf
einstellen kann, was gleich folgen wird (oder man überspringt das Kapitel, wenn
es einem zu viel ist). Ich gebe zu, von Ihrem ausgestopften Waschbären (ja, Sie
haben richtig gelesen) bin ich immer noch etwas verschreckt, aber ihre Art zu
leben und zu den Dingen manchmal einfach „Ja“ zu sagen oder sich in
realitätsfernen Gedanken zu verstricken, kann ich nur befürworten.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Fazit des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Man sollte das Buch auf jeden Fall mit dem Wissen
lesen, dass man manchmal viel Humor benötigt, auch schwarzen und teils morbiden
Humor, wenn man über solche bedrückenden Themen wie Depressionen schreibt.
Lawson schreibt so und über das, was ihr gerade durch den Kopf schießt und so
sollte man bei diesem Buch nicht erst nach einem roten Faden suchen, denn es
gibt ihn nicht. Das mag den ein oder anderen vielleicht beim Lesen stören,
jedoch kann man so auch gerade die Geschichte aus dem Buch herausgreifen, die
gerade vom Titel her am interessantesten klingt. Und eins sollte man bei diesem
Buch ebenfalls bedenken, wenn man viele dunkle Tage durchlebt und es nur wenig
gute gibt, dann müssen diese einfach irre glücklich machen, damit sie über die
schlechten Phasen hinweghelfen. Also stellen Sie sich auf diese Extreme beim
Lesen ein.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wem würde ich das Buch empfehlen? ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Menschen, die unter Depressionen leider, kann dieses
Buch vielleicht verdeutlichen, dass Sie damit nicht alleine sind und dass
Depressionen wirklich sind und man sich dieses Problem nicht nur einbildet.
Vielleicht kennt man aber auch jemanden, der unter Depressionen leidet und wenn
man diese Person besser verstehen möchte. Wenn man zu einen den beiden
Kategorien gehört oder sich auch nur pro forma mit dem Thema aus der Sicht
einer betroffenen Person befassen möchte, dann sollte man sich „Irre Glücklich“
gern durchlesen. Man muss es dazu aber auch ein wenig verrückt mögen, denn
langweilig-normal schreibt Lawson keinesfalls.
Simone
von Nickypaulas Bücherwelt
4/5 Sternen


