Musik auf meiner Haut...
Allein der Titel sagt irgendwie schon alles: Rock Kiss
- Eine Nacht ist nicht genug.
Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen des Romans.
Ob das nun gut oder schlecht ist? Nun da gibt es wohl geteilte Meinung.
Meine Meinung ist immer noch die, dass ich von einem
guten Erotikbuch auch Story erwarte.
Gute Story, die den ganzen Erotikteil ergänzt oder so
besonders macht, dass man einfach Lust hat, das Komplettpaket zu buchen.
Leider erging es mir in diesem Roman nicht ganz so,
wie erhofft und dabei gehört Nalini Singh zu meinen absoluten
Lieblingsautorinnen! Die Gestaltwandler und die Engelsreihe habe ich
verschlungen, sobald ein neuer Band herauskam.
Daher war ich Feuer und Flamme für ihre neue Buchreihe
und habe mich sehr darauf gefreut.
Doch leider wurde ich enttäuscht.
Allein der Einstieg in die Geschichte geht für mich
irgendwie Schlag auf Schlag.
Molly - eine Bibliothekarin - und Fox - der Rockstar -
sehen sich an und sind sofort wollüstig aufeinander.
Ein Blick genügt, eine kurze Frage in Form von
"Willst du nicht mit mir schlafen?" und schon landen sie ohne Wenn
und Aber im Bett.
Gut ich weiß, dass es in der heutigen Gesellschaft
durchaus Personen gibt, die so denken und so handeln.
Also hab ich mir gesagt: "nun vielleicht ist der
Anfang etwas plötzlich und ohne wirkliche Story, aber vielleicht wird es noch
besser und die Story kommt jetzt?"
Leider irrte ich mich, denn gefühlt kam es mir so vor,
als folgte auf eine Seite STORY ganze 10 Seiten SEX.
Und das war für mich irgendwie gerade zu Beginn des
Buches sehr ermüdend, da ich Charaktere gerne vorher kennenlerne und diese nicht
nur von der einen in die andere Sexszene hüpfen sehe.
Als ich bei Kapitel 8 angelangt bin, hatte ich
ernsthaft überlegt, das Buch hinzuschmeißen und es sein zu lassen. Ich las erst
ein anderes Buch zu Ende, damit es nicht ganz so frustrierend war und wagte
mich dann doch wieder an Kapitel 9 und darauf folgenden.
Langsam... ganz langsam hatte ich das Gefühl, dass man
die Charaktere auch außerhalb ihrer Bettaktivitäten kennenlernte und man Molly
und Fox von allen Seiten beleuchtete.
Ich gestehe, am Anfang war ich gerade nach den ersten
8 Kapiteln wieder etwas vorsichtiger.. aber nach Kapitel 12 war ich gut im Buch
drin und konnte mich endlich für Molly erwärmen.
Mollys Geschichte hat mich dann doch sehr ergriffen
und auch Foxs Geschichte war für mich wie ein Schlag in den Magen.
Die Sexszenen waren zwar immer noch häufig, aber
langsam fand Nalini Singh die richtige Mischung aus Erotik und Geschichte.
Auch wenn es mir etwas zu schnell mit der
Liebesgeschichte ging, waren die Probleme, die auf beide zukamen, sehr
interessant und ich muss Nalini wieder einmal ein Lob dafür aussprechen, dass
sie nicht nur in die Hauptcharaktere Einblick gab, sondern man auch die
restlichen Bandmitglieder, Freunde und Bekannte kennenlernen durfte.
Kurz um:
Obwohl die Geschichte mühselig begann, wurde sie nach
den ersten 10 Kapiteln stetig besser.
Das Ende war zwar nicht unerwartet, aber dennoch
wirklich schön und so möchte ich mich auch nächstes Jahr der Herausforderung
stellen und Band 2 lesen.
Vielleicht ergeht es mir wie in Gamemaker (Kresley
Cole), in dem mir Band 1 sehr gut gefiel aber Band 2 noch einmal eine ganze
Menge draufsetzen konnte (auch wenn beide Werke natürlich nicht miteinander zu
vergleichen sind).
Zum Schluss:
Ich würde dieses Buch jeden empfehlen, der auf
Rock-Star-Bücher steht und Erotik-Liebesgeschichten.
Auch wenn es keine ausgefallenen Erotikerlebnisse
sind, so sind es vielleicht gerade diese gewöhnlichen, aber gut geschriebenen,
die das ein oder andere Frauenherz höher schlagen lassen.