~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Und unter der Flut von doch eher Mehrbändern folgt
heute mal ein Einzelband. Interessant dabei, es handelt sich um eine
Gemeinschaftsarbeit von George R. R. Martin und Lisa Tuddle und eine Neuauflage
aus dem Jahre 2003 (weil die alten Ausgaben vergriffen sind).
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Die Menschheit ist zu
anderen Sternen gereist, gestrandet und hat ihre Wurzeln vergessen, nur an
eines erinnern sie sich noch: das Fliegen!
Windhaven ist eine
anmutende Wasserwelt, welche jedoch die Gefahren der See mit gewaltigen Stürmen
und Seemonstern birgt. So lebt die Menschheit auf vielen kleinen Inseln und
ist, neben den gefährlichen Seereisen, auf die Gilde der Flieger angewiesen.
Diese sind jedoch eine eher abgeschottete Elite für sich. Flügel sind zudem ein
sehr kostbares Gut, welche aus begrenzen Ressourcen hergestellt wurden. Sie gehören
immer der Insel und werden nur an die Flieger „geborgt“, welche sie jedoch
zumeist an ihre Kinder vererben, außer sie kommen um, bevor sie einen Erben
zeugen konnten. Dabei ist jedoch nicht wichtig, ob ein Erbe auch wirklich
Flieger sein möchte, schließlich ist es ein Privileg und es ist auch belanglos,
ob jemand anderes vielleicht besserer als Flieger geeignet wäre. Doch genau dies
möchte Maris ändern, die Protagonistin des Buches, eine einzelne Fliegerin, die
versucht das System und damit ihre Welt ein wenig zu revolutionieren!
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover, Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Gold anmutende Flügel zieren das Cover auf schlichtem
Grund. Sehr passend für den Roman und den Sci-Fi-Fantasy-Mix.
Das Buch selbst ist in drei große Abschnitte
unterteilt und wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Im ersten Teil
ist die Protagonistin noch sehr jung und entdeckt das Fliegen für sich. In Teil
zwei ist sie eine bekannte Fliegerin und in Teil drei schon älter. Die
Aufteilung ist meines Erachtens gut gewählt.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Gemeinschaftsarbeiten bin ich von Martin schon gewohnt,
allerdings meistens beim Verlegen oder mit Zusammenschlüssen einzelner Storys.
Hier präsentiert man uns einen wirklichen gemeinsamen Text mit Tuttle und
herausgekommen ist etwas halbwegs solides, allerdings kein Meisterwerk.
Der Einstieg wird
schön erzählt, das Fliegen wird ausgeführt und dennoch.... kam bei mir keine
Leidenschaft an, obwohl ich sonst sehr für das Fliegen zu haben bin. Die
Spannung konzentriert sich für mich einzig auf den Fliegerwettkampf in der
Mitte des Buches, ansonsten plätschert die Story so dahin.
Konflikte und Meinungen gibt es in dem Werk genug und
auch Bezug zu aktuellen Themen, allerdings fehlt mir ein wenig Harmonie. Alles
ist so schwermütig und es fehlt der Part, in dem sich die Leute unterstützen,
weil sie wirklich der Meinung des anderen sind. Das Buch ist für mich leider an
seinen Konflikten erstickt und streckt diese auf zu viele Seiten, so dass ich
persönlich das Interesse verloren habe L Ein wenig gezauberte
Übereinkunft durch die Autoren wäre vielleicht nett gewesen, denn so richtig
Eins mit den Charakteren werden oder sie ins Herz schließen, wollte bei mir
einfach nicht geschehen.
Die
Hintergrundgeschichte, wie und warum die Menschen nun auf diesem stürmischen
Planeten leben ist zwar nicht unbedingt wichtig, dafür sehr interessant und die
Geschichte hat mich am Ende doch am meisten interessiert. Dabei wird nämlich
auch aufgeklärt, warum die Flügel so kostbar und WIE selten sie sind. Das
geschah für mich aber zu spät im Storyverlauf, so dass mich die Frage
irgendwann schon ärgerte, warum zur Hölle die Menschen denn nicht mehr Flügel
herstellen oder mehr Energie zur Ressourcenfindung aufwenden. Wenn man sich die
Geschichte der Menschheit für später aufbewahren wollte, ist das in Ordnung,
aber dann hätte eher erklärt werden müssen, dass der Rohstoff für die Flügel
endgültig verbraucht ist. Der Fakt wurde zwar angedeutet, aber zu halbherzig
meines Erachtens.
Dennoch ist es ein solides Buch, da der Schreibstil ein
gehobener und die Idee im Kern interessant ist. Zudem gefällt mir die Welt
Windhaven sehr, sehr gut und man hat das Gefühl, dass das Autorenduo sich hier
wieder einmal noch viel mehr zum Universum ausgedacht hat, als letzten Endes auf
dem Papier steht, so dass dem Leser auch Platz für weitere Fantasien gelassen
wird J
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Fazit des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Windhaven ist für mich persönlich zwar nicht der
Reißer gewesen, allerdings sind die kritischen Themen, Echtheit der Charaktere
und die Welt sehr interessant. Unter der nahezu durchgehend nicht vorhandenen
Spannung leidet das Buch jedoch sehr und ich muss gestehen, dass der schöne Schreibstil
an sich für mich das Gesamtwerk aufgewertet hat.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wem würde ich das Buch empfehlen? ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wer es etwas schwermütiger mag, sowieso alles von
Martin liest oder mal wieder einen kritischen Sci-Fi-Fantasy-Misch braucht, der
ist auf Windhaven willkommen.
Simone
von „Die Librellis“
(ehemals Nickypaulas Bücherwelt)
2/5 Sternen
