~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Mit „Kawaii backen“ (erschienen 27.11.2017 beim
Bassermann Verlag) widmet sich Sarah Aßmann der Kunst der Gebäckverzierung und
bietet Anregungen für verzehrbare Kunstwerke verschiedener Kategorien.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Der Schwerpunkt des Buches liegt weniger auf dem
Backen an sich, sondern der Dekoration des fertigen Produktes. Neben sechs
klassischen Grundrezepten und einer kurzen Einführung, bietet „Kawaii backen“
31 weitere Rezepte, sortiert nach den Themen „Meer“, „Strandparty“,
„Katzengeburtstag“, „Einhorn unterm Regenborgen“, „Halloween“, „Babyshower“ und
„Fröhliche Weihnachten“. Dabei überwiegen, wie auch im Vorwort erwähnt,
hauptsächlich Anleitungen zum Gestalten von Keksen.
Zum Nachbacken der im Buch verwendeten, nicht
handelsüblichen Keksformen, sind Schablonenvorlagen auf den
Buchumschlagsinnenseiten enthalten.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover, Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ganz dem Trend folgend, ziert das Cover eine
Einhorntorte und einige Kekse, die der Inbegriff von süß sind und auf jeden
Fall ein Blickfänger. Etwas schade finde ich aber, dass der Grundton des Covers
weiß ist und sich damit die fast gänzlich weiße Torte kaum vom Hintergrund
abhebt. Etwas mehr Kontrast hätte da nicht geschadet, denn auch wenn bei
Backbüchern ja die süßen Kunstwerke im Vordergrund stehen sollen, ist es
kontraproduktiv, wenn sie durch die fehlende Farbvarianz gar nicht richtig zur
Geltung kommen.
Auch die Bilder des Innenteils sind mir generell etwas
zu pastelllastig, da ich mit der japanischen Dekoration von Gebäck vor allem
viel Farbe, meist knallig bunt, verbinde und die dargestellte Schlichtheit
trotz des großen Wortes „Kawaii“ auf dem Cover kaum Assoziationen hervorruft.
Die Abbildungen sind im Allgemeinen ansprechend und
machen Lust zum Nachbacken. Bei ganz genauer Betrachtung ist mir allerdings
aufgefallen, dass gerade die großen einseitigen Bilder zum Teil etwas verpixelt
sind und damit etwas schwammig wirken. Bei vergrößerten Bildausschnitten ist ab
und an auch zu sehen, dass die aufgemalten Gesichter zum Teil ein wenig
verlaufen sind. Ein wenig mehr Sorgfalt hätte da einen besseren Eindruck
gemacht.
Da diese Kritik an den Bildern aber natürlich nicht
das Backvergnügen schmälert, soll es nur der Vollständigkeit halber erwähnt
werden.
Die Gliederung ist abgesehen von den allgemeinen Informationen
und Grundrezepten themenbezogen, sodass man sich schnell zurecht findet und sich
auch gut merkt, wo ungefähr man das ausgekorene Rezept finden kann.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Als Anime- und Japan-Fan gehört „kawaii“
praktisch schon zu meinem Grundwortschatz und da ich gerne für andere backe,
freute ich mich sehr, das Backbuch ausprobieren zu dürfen.
Beim ersten Durchblättern umgab mich auch gleich der
„Kawaii“-Zauber, weil alles einfach zuckersüß aussah und geradezu danach
schrie, ausprobiert zu werden. Dann widmete ich dem ganzen einen zweiten Blick
und las mir die Rezepte durch. Alles ist verständlich erklärt und Aufgrund der
Einfachheit auch sicher motivierend für Anfänger. Soweit so gut, aber leider
kam in den ersten Seiten dann auch nicht viel Neues. Wie man das Gebäck mit
Spritzglasur verziert, sollte man spätestens nach dem zweiten Rezept verstanden
haben. Natürlich waren es verschiedene Formen und Farben, aber die
Grundanweisungen sind immer gleich und es kommen nicht wirklich neue
Arbeitstechniken dazu. Ja, es steht in der Beschreibung und im Vorwort, dass
viel mit Keksen gearbeitet wird, aber im Grunde hätten die ganzen Keksrezepte
nach dem ersten zu einem großen Bild zusammengefasst werden können, als
Anregung was man noch machen kann, da auch ein Anfänger rein von der Optik
begreifen können sollte, was beim jeweiligen Objekt nacheinander zu tun ist.
Hier fehlte mir definitiv die Abwechslung. Man kann den Keksen nicht
absprechen, dass sie nicht mit viel Liebe zum Detail entworfen worden wären und
sind auf Feiern oder zum Verschenken sicher der Hit, aber es fehlt mir eben
etwas Varianz.
Die Grundrezepte sind aber wirklich gut geeignet und
lassen sich prima verarbeiten.
Wirklich gestört haben mich aber dann doch andere
Dinge. Das erste ist eine fehlende Mengenangabe wie viele Plätzchen man denn
nun aus dem Grundteig bekommt. Es ist logisch, dass dies ganz stark davon
abhängt wie dünn man den Teig ausrollt und welche Form man aussticht, aber für
mich hätte zu jedem Rezept eine ungefähre Stückzahl dazugehört. Denn gerade
wenn man für eine Feier bäckt, will man schon abschätzen können, ob man nun 15
oder 50 Kekse erhält. Davon ist ja auch die Zeitplanung abhängig, denn es macht
gerade bei den filigranen Spritzmustern einen gehörigen Unterschied wie lange
man am Einzelkeks sitzt.
Außerdem hätten dem Buch ein paar zusätzliche Tipps,
speziell für Backanfänger, gut getan, denn eigentlich eignet es sich prima für
Einsteiger. Dazu gehören für mich z.B. Antworten auf die Fragen: Kann ich das
Royal Icing auch aufbewahren und wenn ja, wie?
Aus dem Rezept wird nämlich eine ganz schöne Menge und
ich kann mir kaum vorstellen, dass man immer alles gleich aufbraucht. Ich hatte
jedenfalls viel zu viel übrig bzw. konnte nicht alles hintereinander weg
verarbeiten.
Kann ich auch was anderes außer dem
Lebensmittelfarbstift zum Verzieren der Gesichter nehmen? (War gar nicht so
einfach einen zu finden)
Ebenso – Fondant ist nicht gleich Fondant. Man muss ja
keine Wissenschaft draus machen, aber bei den meisten Marken gibt es schon
Unterschiede zwischen Roll- und Dekorfondant bzw. wie bekommt man denn Fondant
stabiler, falls man mal eine sehr weiche Sorte erwischt hat?
Klar sind es vielleicht auch Sachen, auf die man
selber kommen könnte, aber da ich das Zielpublikum eher in Backanfängern sehe,
wären das echt hilfreiche Informationen gewesen.
Bei der Einhorntorte ist mir leider auch zu sehr
Informationssparkurs gefahren wurden. Zwischen dem 3. Schritt (die Torte dünn
mit Ganache, Creme oder Marmelade einstreichen) und dem 4. (Fondant
überziehen), fehlt mir z.B. dass man eigentlich nach einer Kühlphase noch eine
zweite, dickere Schicht aufträgt, denn die dünne ist zum Versiegen der Krume
und die zweite, damit es auch wirklich glatt wird. Wer will schon ein
buckeliges Einhorn? Okay, es mag vielleicht auch ohne gehen, wenn der Teig
nicht zu sehr krümelt und das Fondant stabil genug ist, das sehe ich gar nicht
als so gravierend an. Aber „oder eine andere Creme“ nicht weiter zu definieren,
ist ein bisschen riskant, denn das würde auch eine richtige Sahne-Creme
einschließen und schwups hat man kein Einhorn, sondern ein
Fondant-Seepferdchen, das wegschwimmt (meines Wissens ist das bei Marmelade das
gleiche Spiel). Habe ich selber schon erleben dürfen, macht keinen Spaß.
Das ist ein bisschen schade, denn grundlegend kann das
Buch viel Backfreude bringen.
Fazit:
„Kawaii backen“ ist ein schönes Backbuch für
Einsteiger, die vor allem mit nicht unmäßig viel Aufwand schöne und
freudebringende Ergebnisse erzielen wollen. Wer schon mehr Erfahrung hat, dem
wird wahrscheinlich die Abwechslung fehlen.
Ein paar zusätzliche Tipps und Tricks wären schön
gewesen.
Mir persönlich hat auch etwas der japanische Flair
gefehlt, den der Japan-Fan man nun mal assoziiert, wenn im Titel „kawaii“
sieht.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist an sich aber völlig
in Ordnung.
Auf Grund der fehlenden Abwechslung und der oben beschriebenen
Kritikpunkte komme ich für mich trotzdem leider nur auf 3,5 von 5 Sternen (für
die Bewertungsformen ohne Komma mit Augenzudrücken 4 ;))
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wem würde ich das Buch empfehlen? ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Für alle, die es im doppelten Sinne „süß“ mögen ist
„Kawaii backen“ ein netter Einstieg. Das Buch eignet sich somit auch als
kleines Geschenk für Backneugierige. Wer schon Erfahrung hat, sollte aber einen
genaueren Blick hinein werfen, und für sich selbst entscheiden, ob es sich
wirklich lohnt.
Taja
von den Librellis (ehemals Nickypaulas Bücherwelt)
von den Librellis (ehemals Nickypaulas Bücherwelt)
