Donnerstag, 31. Mai 2018

Irgendwas von dir - Gayle Forman



~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Genau solche Bücher liebe ich, ich möchte allerdings dennoch ‚vorwarnen‘, da es hier um das Thema Selbstmord geht, wie dieser geplant wird und wie Hinterbliebene damit umgehen.

Da ich das Thema Sterblichkeit jedoch wahnsinnig interessant und vielseitig finde, kann ich von solchen Büchern nicht genug bekommen, nicht zuletzt auch, weil sie einfach so schön traurig sind. Und manchmal muss man auch in diesem Gefühl baden dürfen.

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Cody und Meg waren beste Freundinnen. Waren. Meg  hat Ihrem Leben ein Ende gesetzt und all Ihren Liebsten einen Abschiedsbrief hinterlassen.
Cody war und ist quasi schon immer wie ein fester Teil von Megs Familie gewesen, da ihre eigene Mutter Cody nur in die Welt gesetzt hat, sich diese selbst erziehen lässt und eigentlich nur anwesend ist, aber eben keine Mutterrolle inne hat. Daher ist es für Cody auch schwer nun irgendwie ‚ganz allein zu sein‘, denn Ihre Schwester im Herzen ist tot, Ihr Bindeglied zu ihrer Wahlfamilie. Und dennoch verhalten sich Megs Eltern, als wäre Cody immer noch eine Art Tochter für sie.
Was Meg betrifft, so muss Cody feststellen, dass sich die beiden nach der räumlichen Trennung durch das College auch seelisch weit entfernt haben. Meg hatte ein völlig neues Leben von dem Cody so gut wie nichts wusste, sie wusste nicht, wer die neuste Flamme in Megs Leben war, wie ihr Studium lief, was für Mitbewohner Meg hatte, auf welche Art von Musik oder Aktivitäten Meg nun stand oder sonst irgendetwas. Nach Megs tot erfährt Cody durch Zufall und Recherche immer mehr, was sie alles verpasst hat, wie es Meg ging und wo hinein ihre beste Freundin eigentlich geraten ist. Und begibt sich dabei selbst auf einen gefährlichen Weg. Begleitet wird sie dabei von Ben, in den Meg heillos verliebt war, nicht zuletzt weil er Musiker ist. Doch Trauer ist so eine Sache und so muss Meg aufpassen, dass die beiden nicht beginnen zu viel miteinander zu teilen.

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover, Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ich weiß nicht warum, aber ich finde blau eine sehr passende Farbe, wenn es um traurige Geschichten und den Tod geht. Da weiße Blumen zudem für Reinheit und Trauer stehen, ist das Cover gut gewählt. Die Kapitel haben auch eine gute Länge, wobei mir im Lesefluss die Unterteilungen eigentlich auch eher weniger wichtig waren, ich war eh wie im Rausch.

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wie schon gesagt, ich mag solche Bücher generell und auch „Irgendwas von dir“ hat mich nicht enttäuscht. Meg scheint nicht der überemotionale Charakter zu sein, aber genau deswegen mochte ich sie sooo sehr. Sie weint nicht dauerhaft, sondern Sie ist in Trauer, hasst es jedoch von allen immer ‚so angeschaut‘ zu werden, die „Zurückgelassene“ zu sein und dass es von einer Trauerveranstaltung auf die nächste geht. Ich glaube sie möchte das ganze einfach für sich verarbeiten, auch weil sie sich selbst durch ihre größer gewordene emotionale Distanz zu Ihrer besten Freundin Meg einfach Mitschuld an dem Selbstmord gibt. Reue spürt. Gleichzeitig will Sie herausfinden, was sie im Leben von Meg verpasst hat, wahrscheinlich um ihr wieder näher zu sein und auch herausfinden, was Meg zum Selbstmord veranlasst hat um ein „Wieso“ zu ergründen. Eine Frage, die sich viele bei einer Todesnachricht stellen, um in dem Ganzen irgendeinen Sinn zu sehen.

Begleitet wird Cody später von dem Musiker Ben, der irgendwie unsympathisch ist und aber auch doch nicht. Denn man mag ihn. So ging es mir zumindest, denn er ist eben auch nur ein Mensch mit Fehlern.
Codys Mutter war mir dafür überaus unsympathisch, aber ich denke das war auch das Ziel der Autorin. Megs Familie dafür ist irgendwie wie ein Bilderbuch und so wünschenswert. Für Cody ist die Situation dadurch natürlich jedoch unangenehm, denn sie kann Meg als Tochter nicht ersetzen und die Bindung von Cody und Megs Familie ist stark, erinnert alle aber auch immer an den freien Platz…
Ich musste in diesem Buch zwar keine Wasserfälle heulen, aber ich fand die Herangehensweise von Cody an der Auflösung von Megs Selbstmord und ihrem Leben ohne Sie vollkommen nachvollziehbar, was überaus wichtig ist in solch einem Buch. Generell sollte es mehr Bücher geben, die sich mit dem Thema beschäftigen.

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Fazit des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ich hab es geliebt und liebe es noch. Meg war mir sehr vertraut und auch die Beleuchtung von „Selbsthilfeseiten“ im Netz für Suizidgefährdete, auf denen sie dazu ermutigt werden, fand ich sehr interessant. Ich finde nur, dass man davor auch eine kleine Warnung setzten sollte.

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Wem würde ich das Buch empfehlen? ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wer es gern traurig mag ohne sich in einen dauerhaften Tränenwasserfall zu verwandeln und sich mit dem Thema Selbstmord beschäftigen möchte, dem sei dieser wunderschöne Roman sehr ans Herz gelegt.

Simone
von „Die Librellis“

5/5 Sternen