Da mich das
Hörbuch wirklich sehr beeindruckt und bewegt hat, habe ich die
Hörbuchsprecherin Vanida Karun angeschrieben und sie um ein Interview gebeten.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß damit <3
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 1. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wie genau kam es dazu, dass Sie ausgerechnet „Children of Blood and Bone“
besprochen haben?
Der Argon Verlag hat mir die Anfrage und die Synopsis
für den Titel geschickt. Da gab es nicht viel zu überlegen, ich habe quasi
sofort zugesagt und mich einfach gefreut diesen schönen Titel aufnehmen zu
dürfen.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 2. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Als sie das Manuskript das erste Mal zu Ende gelesen hatten, was ging Ihnen
dabei durch den Kopf?
Mich hat die Geschichte sofort in ihren Bann gezogen.
Der Hintergrund zu dem Buch hat mich nachdenklich gemacht. Auch ich habe mit
dem Thema Rassismus in der Vergangenheit zu tun gehabt und fühlte mich an diese
Momente zurück erinnert, die nicht im Ansatz mit dem zu vergleichen sind, was
sich in Amerika, oder in Orisha abspielt. Ich wäre nie darauf gekommen, dass
die Autorin Tony Adeyemi so jung ist und war beeindruckt wie schlau sie diese
gesellschaftlichen Themen aufgreift. Bei Children of Blood and Bone bleibt es
trotz allen Ernstes und aller Schwere, immer spannend und bunt.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 3. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wie lange haben Sie an dem Hörbuch, das immerhin fast 18 Stunden geht (die
Vorbereitungszeit gerne mit eingerechnet) gearbeitet?
Gute Frage. Ich meine wir hätten Eineinhalb bis zwei
Wochen aufgenommen. Plus Vorbereitung hat es insgesamt ungefähr zweieinhalb
Wochen in Anspruch genommen, vielleicht auch drei. Wir hatten während der
Aufnahmen irrsinnige Probleme wegen Bauarbeiten und mussten ständig
unterbrechen, daran erinnere ich mich noch. Dafür war es insgesamt die
schnellste Produktion aller Zeiten. Kaum waren die Aufnahmen beendet, hatte ich
schon das fertige CD Album in der Hand. Ich glaube das hat gerade mal drei
Wochen gedauert.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 4. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Mit welchem Charakter der Story
fühlten Sie sich am meisten verbunden?
Das Buch ist natürlich Zelis Geschichte, aber auch die
anderen Charaktere sind mir während der Zeit in der ich mich mit ihnen
beschäftigen durfte ans Herz gewachsen. Besonders Inan, der so stark mit sich
und seinen inneren Widersprüchen zu kämpfen hat.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 5. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Fanden Sie es bei Children of Blood and Bone schwer oder eher einfach, die
unzähligen Facetten der Gefühle von Zélie und ihren Kameraden allein mit Ihrer
Stimme zum Ausdruck zu bringen?
Ich liebe es diese Facetten stimmlich ausarbeiten und
interpretieren zu dürfen. Bei Children of Blood and Bone ist mir das nicht
immer so leicht gefallen, wie vielleicht bei einem anderen Buch. Zum Beispiel
Amaris Charakter zu greifen und sie emotional gegen Zeli abzusetzen war
mitunter eine kleine Herausforderung. Im Nachhinein finde ich, dass in dem Fall
wahrscheinlich weniger mehr gewesen wäre. Aber das ist ja auch immer
Geschmacksache. :-)
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 6. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Hätten Sie sich an mancher Stelle der Geschichte gewünscht, selbst
eingreifen zu können?
Ja, zum Beispiel die Stelle an der Inan…hm, ich kann
das jetzt schlecht sagen, ohne zu spoilern…sagen wir mal "etwas schlimmes
in Bezug auf Kaea" macht. Es gibt immer mal Stellen wo man denkt „Nein, tu
das nicht.“ Andererseits wäre das Buch ja ohne diese Momente auch nur halb so
spannend.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 7. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Und welche Stelle im Buch ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?
Hm, momentan ist noch so vieles lebendig…Aber
wahrscheinlich das Nachwort von Tomi Adeyemi. Da kam wohl auch kaum jemand
trockenen Auges bei weg. ;-)
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 8. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
In Orïsha gibt es leider, wie auch in unserer eigenen Welt, viele Vorurteile
gegenüber Menschen, die etwas anders sind. Auch unsere Protagonistin Zélie war
davon nicht ganz frei, wenn es um die Prinzessin und den Prinzen geht. Hat auch
Ihre Meinung sich innerhalb der Geschichte gewandelt oder standen Sie den
anderen Charakteren von Anfang an offen gegenüber?
Ich versuche immer unvoreingenommen an ein Buch und
seine Charaktere heran zu gehen. Im Prinzip muss sich der Hörer ja selbst ein
Bild machen können. Wenn ich andererseits zu neutral lese macht es das mitunter
schwer zu verstehen, deshalb strukturiere ich gern, das funktioniert auch über
eine gewisse Bewertung - natürlich aus Perspektive des jeweiligen
Protagonisten. Im privaten versuche ich mir immer vor Augen zu halten, was
meine Gedanken da plötzlich automatisch tun, oder tun wollen. Wir können uns
gar nicht oft genug darum bemühen uns von Vorurteilen und Schubladendenken zu
lösen.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~9. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie den letzten Satz des Buches vorgelesen
haben (Nachwort der Autorin in dem Fall eingeschlossen)?
In dem Fall mussten wir nicht wegen der Bauarbeiten
unterbrechen, sondern weil mir die Kehle etwas eng geworden war und ich mir
kurz eine Träne verdrücken musste.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ 10. Frage ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wenn es eine Fortsetzung geben sollte, könnten Sie sich vorstellen diese
ebenfalls zu besprechen?
Sehr gern, wenn mich der Verlag für die Fortsetzung
fragt und es zeitlich passt, würde ich mich freuen. Besonders, wenn ich mich
diesmal voll und ganz auf meine Arbeit und die spannende Geschichte
konzentrieren kann und keine Baustelle im Haus ist. ;-)
Ich danke
Ihnen für das Interview!
Hoffentlich können wir Sie in Band 2 wieder hören.
Nicky von
>Die Librellis<
ehemals Nickypaulas
Bücherwelt
