~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
„Die Katze
des Dalai Lama“ kehrt auf leisen Pfoten zurück um im zweiten Teil (erschienen
Herbst 2015 beim Lotos-Verlag) „Die Kunst des Schnurrens“ zu erforschen und den
Leser erneut auf einen leicht verständlichen und amüsanten Spaziergang in die
Welt der buddhistischen Weisheiten mitzunehmen - mit dem Ziel das wahre Glück
zu finden.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Der Dalai
Lama ist für längere Zeit verreist, doch das heißt nicht, dass seine kleine
Schneelöwin nur faul auf ihrem Lieblingsplatz liegt und sich hofieren lässt –
nun ja zumindest nicht die ganze Zeit. Zumindest regelmäßige Besuche in ihrem
Lieblingscafé müssen sein, um sich die Zeit ohne ihre Heiligkeit zu vertreiben.
Dabei trifft die KSH (Katze seiner Heiligkeit) eines Tages eine scheinbar
banale Entscheidung, die ausschlaggebend für eine Reihe Veränderungen und
Erkenntnissen, nicht nur in ihrem Leben ist.
Besonders
Serena, der vorrübergehenden Leiterin des Himlaya-Buchcafés, kommt sie auf
besondere Weise näher und wird zu ihrer, manchmal heimlichen, Wegbegleiterin. Dabei
lernt sie jede Menge neuer Leute kennen und gerät in so manch kleines
Abenteuer. Doch vor allem eins scheint allgegenwärtig: die Suche nach dem
wahren Glück.
Aber wo es
eine philosophische Frage gibt, gibt es auch viele Antworten und so erfährt die
KSH viele erstaunliche Dinge über das Glück, die auch ihre Sicht auf viele
Situationen prägen.
Tatze für
Tatze kommt sie somit ihrem Auftrag „die Kunst des Schnurrens“ zu erforschen
näher.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover,
Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Auch das
Cover des zweiten Bandes ziert wieder eine wunderschöne Himalaya-Katze, bei
deren friedlich schlummernden Antlitz man sich am liebsten dazulegen und von
ihrer schnurrenden Weisheit durchströmen lassen möchte. Wie auch beim Vorgänger,
ist der Rest des Covers sowie die innere Gestaltung dagegen sehr schlicht gehalten,
sodass die Katze ganz wie im Buch selbst als Protagonistin im Fokus liegt.
Einziges Manko – die Katze auf Band zwei sieht der des ersten Covers wegen der
viel helleren Gesichtsmaske nicht wirklich ähnlich. Wer sich also bereits
anhand des ersten Fotos ein inneres Fixbild der KSH gemacht hat, wird
vielleicht etwas irritiert sein.
Die
Klappentexte sind recht knapp gehalten und verraten nicht viel über die
eigentlichen Erlebnisse der Katze des Dalai Lamas, was ich persönlich sehr gut
finde, denn es geht im Grunde auch nicht darum was passiert, sondern wie und
wozu es führt, demnach ist die Erwähnung von Einzelereignissen in meinen Augen
auch nicht wichtig. Trotzdem sind die Texte ansprechend und mit einer Portion
Humor gewürzt, sodass sie neugierig machen und wahrscheinlich auch Leser
ansprechen, die den ersten Teil noch nicht kennen.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine
Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Vom ersten
Teil restlos begeistert, freute ich mich auf ein Wiedersehen mit der KSH und
anderen liebgewonnenen Charakteren. Zwar wurde bereits im Prolog klar, dass der
Dalai Lama selbst dieses Mal auf Grund seiner Reise wohl keine große Rolle
spielen würde, dennoch war ich gespannt darauf mit welchen spirituellen und
weltlichen Erfahrungen seine kleine Schneelöwin wohl konfrontiert werden würde.
Ich zog mir also erneut ihr Fell über, um diese geheimnisvolle und doch
inzwischen so vertraute Welt aus ihren himmelblauen Augen zu ergründen – und
war nach dem ersten Kapitel zunächst verwirrt und dann enttäuscht. Denn ich
hatte fest damit gerechnet, dass es praktisch nahtlos vom ersten Band weiter
gehen würde, denn es stand ein wichtiges Ereignis im Leben der KSH an und das
wollte ich auf keinen Fall verpassen. Doch es wurde zunächst kein Wort darüber
verloren, sodass ich schon dachte, versehentlich doch den dritten Teil erwischt
zu haben, und dann kam es endlich doch im zweiten Kapitel… und wurde nur grob
als Rückblick umrissen. Ich war zwar keines Falls geneigt das Buch zur Seite zu
legen, denn immerhin war die Geschichte trotzdem interessant und super
geschrieben wie der Vorgänger, dennoch dämpfte es gewaltig meine Lesefreude.
Und dann
traf ich auf in einem weiteren Kapitel auf eine der Kernbotschaften dieses
Buches, nämlich, dass man meist selbst der Schmied seines Unglücks ist, weil
man sein Glück von einer bestimmten Sache oder Begebenheit abhängig macht, und
musste beschämt erkennen, dass ich ebenso in diese Falle getappt war und für
meine bisherige Enttäuschung mit der Führung der Geschichte gänzlich selbst
verantwortlich war. Ich hatte mich auf einen bestimmten Punkt fixiert und meine
Erwartung des Glücks damit verknüpft, sodass ich zwangsläufig enttäuscht werden
musste. Und so beschloss ich den verklemmten Fellball falscher Erwartungen
auszuwürgen und das Buch noch einmal völlig unvoreingenommen zu betrachten. Und
siehe da, plötzlich empfand ich das Fehlen der exakten Ereignisse nicht als
Manko, sondern ich musste sogar einsehen, dass sie so und in keinem anderen
Umfang gut für die Geschichte war.
Ob nun
Zufall oder kluger Schachzug des Autors, pardon der eigentlichen befellten
Autorin, ich habe die Botschaft des Buches noch während des Lesens am eigenen
Leib erfahren, was zugleich seltsam wie erleuchtend war.
Auf der
Suche nach den Ursachen des wahren Glücks und der Ergründung des Schnurrens
lernt die schönste Kreatur auf Erden natürlich so einige Dinge, obwohl es doch
verstärkt um dieses Thema ging und somit etwas tiefer ging als es im ersten
Band möglich war. Ich fand es weiterhin sehr gut, dass dieses Mal auch viel aus
der wissenschaftlichen Perspektive mit einbezogen wurde und die Verbindung mit
spirituellen Ansichten nahezu spielerisch leicht geschaffen wurde, was
vielleicht dem ein oder anderen der sich mit diesen Themen etwas schwer tut,
helfen könnte sich darauf einzulassen oder zumindest den Geist ein Stück weiter
zu öffnen als bisher.
Und da muss
ich mich einschließen, denn z.B. Yoga habe ich immer etwas belächelt und es
nicht wirklich als Sport anerkannt. Aber auch hier hat mich die KSH eines
besseren belehrt und ich kann nun eher verstehen, worum es eigentlich geht.
Obwohl ich
bei diesem Thema nicht sehr empfindlich bin, war ich doch etwas überrascht wie
fast schon nebenher das Thema Tod aufgegriffen wurde, denn aus einem
Schicksalsschlag, der mich auch als Leser getroffen hat, da er völlig
unvorhersehbar kam, wurde kein Drama wie in den meisten Büchern gemacht,
sondern das Leben ging trotz Trauer einfach weiter. Im ersten Moment war dies
vielleicht etwas verstörend, doch je länger man es auf sich wirken lässt, desto
mehr versteht man, dass es in der Realität eben genauso ist. Egal wie groß der
Verlust auch sein möge, das Leben geht weiter und wird sich barmherzig zeigen,
wenn man sich nicht vor ihm verschließt.
Vom
Schreibstil und dem Aufbau weisen beide Teile zum Glück große Ähnlichkeiten
auf, denn den feinen Humor und die Spur Selbstironie der KSH möchte ich nicht
missen, obwohl es zum Teil hier durch die Ereignisse ein wenig ernster zuging.
Was allerdings die Sache mit den zahlreichen
Fremdwörtern, die meist ohne Erklärung auftauchen, betrifft, so muss ich leider
die Hoffnungen der Leser zerstören, die dachten, es wird in Band zwei vielleicht
besser. Nein, es wird eigentlich noch schlimmer – ohne wirklich schlimm zu
sein.
Das einzige was man tun muss, um ohne
ausgefallenen Wortschatz ein ungetrübtes Lesevergnügen zu haben, ist die
Fremdwörter einfach zu ignorieren. Denn auch hier habe ich einen wichtigen
Grundsatz anwenden können und begriffen, dass das Glück mit diesem Buch nicht
davon abhängt, dass man jedes Wort versteht, sondern die Botschaften und die
sind poetisch und doch klar verfasst, dass man sie eigentlich nicht verfehlen
kann. Natürlich kann man auch jedes Wort nachschlagen und das Erfolgserlebnis
des „Enträtseln“ genießen, doch wenn man die Worte im Ganzen durchdringt, wird
das Verstehen ein Tieferes sein.
Und wer sich
die Bücher nur für die Begegnung mit Prominenten zu gelegt hat, der wird im
zweiten Band noch mehr enttäuscht, denn sie spielen eine noch untergeordnetere
Rolle als im Vorgänger. Natürlich taucht der ein oder andere auf und man erlebt
sie meist von einer anderen Seite, aber auf ihre Prominenz wird keine Gewichtung
gelegt und Stoff für Klatsch bieten die Episoden auch nicht.
Der Fokus
liegt eher auf altbekannten und neuen, mehr oder weniger „normalen“
menschlichen Gefährten der KSH, die allesamt auf ihre Art und Weise speziell
beleuchtet und trotz der relativ wenigen Seiten doch erstaunlich liebevoll in
Szene gesetzt werden, sodass man bereits im zweiten Teil das Gefühl hat man
träfe alte Freunde wieder.
Fazit:
Wer den
ersten Band mochte, wird auch am Nachfolger seine Freude und bestimmt auch die
ein oder andere hilfreiche Lektion finden. Uns Menschen liegt das Schnurren
zwar eher fern und dennoch ist das Buch eine reiche Quelle an Anregungen auf
der Suche nach dem ganz eigenen Glück.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Wem würde ich das Buch empfehlen? ~
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wie auch
schon der erste Teil ist auch „Die Kunst des Schnurrens“ etwas für jeden, denn
entweder nimmt man sich einfach süße und lustige Katzengeschichten mit oder im
Bestfall Weisheiten und Einsichten, die einem im Leben vielleicht hilfreich zur
Pfote gehen können. Vor allem aber wäre es sehr lohnenswert für Menschen, die
gerade am Scheideweg stehen und herausfinden möchten, was sie wirklich
glücklich macht.
Taja
von
Nickypaulas Bücherwelt
