~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Mit „Der
Zauber des Augenblicks“ entführt uns David Michie ein drittes Mal in die
wundervolle und lehrreiche Welt der Katze seiner Heiligkeit und auch dieser
Ausflug wird nicht nur von Witz und Sprachgewandtheit, sondern vor allem von
jeder Menge buddhistischen Weisheiten begleitet. Erschienen ist die deutsche
Ausgabe am 27.6.16 beim Lotos Verlag.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Schneelöwin,
Rinpoche, Swami, schönste Kreatur auf Erden – die Katze seiner Heiligkeit hat
ebenso viele Namen wie Talente. Nur das Meditieren gehört zu ihrem Leidwesen
nicht dazu. Und das obwohl sie sich ja täglich in der beruhigenden und klaren
Aura des Dalai Lama sonnen kann. Doch ihre Neugier und ein äußerst
traumatisches Erlebnis lassen ihren Geist nicht zur Ruhe kommen. Gerade als sie
beschließt ihre Meditationserfahrungen doch lieber später zu sammeln, passieren
so einige Dinge in ihrem Umfeld, die sie unweigerlich immer wieder auf dieses
Thema stoßen, denn nicht nur sie ist von großer Unruhe bringenden Plagegeistern
befallen, sondern auch einige ihrer liebsten menschlichen Gefährten. Und so
lauscht sie besonders aufmerksam den weisen Ratschlägen des Dalai Lama und
anderer Gelehrter um gemeinsam mit ihnen den Zauber des Augenblicks zu
ergründen und zu innerem Frieden zu finden.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover,
Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Hypnotische
tiefblaue Augen, in einem fast schon verboten süßem Gesicht, starren einem auf
dem Cover von Band 3 entgegen – ganz so wie sich die KSH stets selbst
beschreibt. Wer beim Anblick dieses Covers der Versuchung wiederstehen kann das
Buch zu kaufen, ist wohl eindeutig kein Katzenfreund ;)
Auch nachdem
ich das Buch bereits durchgelesen habe, ertappe ich mich immer wieder dabei das
Buch in der Hand zu halten und einfach nur in den bezaubernden Blick dieser
zuckersüßen Himalaya-Katze zu versinken. Wer könnte den Dalai Lama nicht
verstehen, dass er manchmal einfach seine Arbeit liegen lassen muss, wenn ihn
diese Schönheit auffordernd anblickt?
Und auch
wenn die riesigen, fast schon magischen Augen der absolute Fokus im Coverbild
sind und damit im Grunde auch hier den Leser bereits darauf vorbereiten sich
auf eine Sache zu konzentrieren, gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt, denn
ich finde die Glanzpunkte in den Pupillen wirken etwas zu sehr nachbearbeitet
und damit verliert das Bild leider an seiner Natürlichkeit, was gar nicht nötig
gewesen wäre, denn ein solcher Katzenblick ist immer faszinierend, auch wenn er
grafisch vielleicht nicht perfekt ist.
Ansonsten
ist auch Band 3 in der Restgestaltung, in Cremefarben und einfacher
Schriftgestaltung, schlicht und damit passend gehalten.
Die
Klappentexte geben kurz und prägnant die Kernpunkte des dritten Abenteuers rund
um die KSH wieder.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine
Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Nach dem
allgemeinen Umriss buddhistischer Lebenseinstellungen und der Suche nach dem
Glück in den voran gegangenen Bänden, befasst sich dieser Ausflug ins Namgyal-Kloster
spezieller mit dem Thema Meditation. In vielen humorvollen bis ernsten
Geschichten wird aufgezeigt, warum ihr im Buddhismus solch großer Stellenwert
zu kommt und welche positiven Auswirkungen sie auf das Leben eines jeden haben
kann. Dabei geht es wie immer nicht darum den Leser zum Meditationsexperten
auszubilden, sondern ihm aufzuzeigen wie hilfreich sie für das Meistern des
heute so stressigen Alltags oder auch für die Gesundheit sein kann, sodass
jeder für sich selbst entscheiden kann, inwieweit er sich darauf einlässt. Mein
Interesse an der Meditation hat das Buch auf jeden Fall geweckt und auch
Frustration vorgebeugt, denn nicht nur einmal wird klar, dass aller Anfang
schwer ist.
Doch auch
für diejenigen, für die das Meditieren nichts ist, können sich vielleicht
mitnehmen, dass Achtsamkeit ein wichtiger Faktor zum Finden des persönlichen
Glücks ist und diese auch im Alltag immer mal wieder zu praktizieren dürfte
weit weniger schwer sein, als gezielte Meditationsübungen.
Promis
rücken im Übrigen noch weiter in den Schatten, was ich aber auch gut finde,
denn es gibt genug interessante Menschen in der „Familie“ der KSH deren
Geschichte ich weitaus lesenswerter finde als irgendwelche berühmten Namen.
Der Schreibstil ist nach wie vor ganz
wundervoll malerisch und besonnen, aber mit der nötigen Portion intelligenten
Witzes und Sarkasmus gewürzt. Allerdings habe ich festgestellt, dass es in
diesem Band doch ein wenig ernster zugeht und nicht mehr ganz so viele lockere
Sprüche eingestreut sind. Dies mag zum Einen den teilweise ernsten
Geschehnissen geschuldet sein, zum Anderen spiegelt sich für mich darin aber
auch die persönliche Entwicklung der KSH wieder, die in diesem Band doch mehr
innere Reife erlangt. Obwohl die witzigen Beschreibungen und selbstironischen
Bemerkungen der pelzigen Begleiterin des Dalai Lama viel vom Lesereiz
ausmachen, hat es mir gar nicht so sehr gefehlt, denn die Geschichte bleibt
trotzdem unterhaltsam und spannend erzählt und strahlt dennoch eine ganz eigene
Art von Ruhe und Besonnenheit aus, eben ganz das, was dem Leser auch vermittelt
werden soll.
Auch wieder
sehr gelungen ist die Einbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema
Meditation, die skeptischen Menschen vielleicht doch helfen sich besser mit dem
Nicht-Greifbarem auseinander zu setzen.
Gleich
geblieben ist auch die Nichterklärung von Fremdwörtern, aber daran hat man sich
inzwischen ja nun gewöhnt und der KSH und den Ausführungen zu folgen sollte
auch so kein Problem sein.
Sehr amüsant
und trotz der Kürze sehr lehrreich war das Gespräch KSH-HSH, denn es zeigt
einfach und prägnant, wie ähnlich sich die Religionen doch in ihren
Grundprinzipien sind, sodass es umso mehr weh tut, sehen zu müssen wie viel
Streit oder sogar Krieg sie doch immer wieder auslösen. Mal sehen wann endlich
alle begreifen wie sinnlos das ist.
Im zweiten Band
schon angeklungen und hier noch etwas ausgebaut, sind die früheren Leben der
KSH. Es kommt so manche Überraschung ans Tageslicht, die nicht nur einmal die
manchmal eben doch etwas eingebildete Rinpoche dazu bringt ihre Einstellungen
bestimmten Lebewesen gegenüber doch noch einmal zu überdenken.
Sicher
könnte man in diesem Strang der Geschichte auch sagen, dass das alles schon ein
bisschen zu viel des Guten ist, dass fast alle Charaktere irgendwie schon in
einem früheren Leben miteinander verbunden waren, aber warum eigentlich nicht?
Ob Zufall
oder eben doch Karma, es spielt keine Rolle. Auch wenn viele der ganzen
Wiedergeburtssache und der karmischen Verbindung sicher skeptisch gegenüber
stehen, wer schon einmal so eine intensive Verbindung zu einem anderen
Lebewesen gespürt hat, für den ist das ganz und gar nicht suspekt, dass dies
möglich ist und die Vorstellung, dass die gemeinsame Zeit zweier verbundener
Seelen auf Erden nicht nur auf ein Leben begrenzt ist, ist wundervoll und
ungemein tröstlich.
Nur einen
etwas enttäuschten Gedanken konnte ich bis zum Schluss nicht abschütteln: „Alle
Lektionen über die positiven Wirkungen der Meditation schön und gut, aber wie
genau funktioniert das eigentlich?“ Mit einfach nur Dasitzen und die Augen
schließen ist es nach den ganzen Erfahrungen im Buch ja nicht getan. Aber nach
drei gemeinsamen Reisen scheint die KSH ihre Leser (oder zumindest mich;) )
inzwischen sehr gut zu kennen, denn was folgte gleich im Anschluss der
Geschichte?
Genau – eine
von der KSH verfasste Anleitung zur Meditation. Und schon wieder musste ich
Asche über mein Haupt streuen, dass ein einziger Gedanke mich bereits wieder
auf den Pfad des Unglücks hatte führen wollen. Doch die Weisheit der KSH siegt
auch hier erneut :)
Fazit:
Nicht nur
der „Zauber des Augenblicks“, sondern auch der Zauber der KSH entfaltet sich
mal wieder in diesem Buch, sodass man fast schon vergisst wie viel Wichtiges
man nebenbei lernt, um sein eigenes Leben sowie das Aller leidfreier zu
gestalten.
„Die Katze
des Dalai Lama“ sollte eigentlich Pflichtlektüre werden!
Ich hoffe
jedenfalls auf noch viele weitere Streifzüge mit der Katze seiner Heiligkeit,
denn die Weisheiten des Buddhismus sind noch lange nicht ausgeschöpft und auch
die kleine Schneelöwin steht eigentlich noch am Anfang ;)
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Wem würde ich das Buch empfehlen? ~
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Auch der
dritte Teil ist eigentlich wieder für jeden zu empfehlen, denn etwas mehr
Klarheit und Ruhe des Geistes kann Niemandem schaden.
Taja
von
Nickypaulas Bücherwelt
