~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Da es in dem Jugendbuch um psychische Störungen von ca. 17 jährigen
Protagonisten und eher um ein Negativbeispiel im Roman geht, wie Schlimm sich
so etwas auswirken kann, leg ich lieber eine Warnung vor die Rezension und sage
direkt, dass Eltern das Buch selbst lesen sollten, bevor sie es ihre Kinder
lesen lassen.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
August und Jack sind beste Freund. In der Schule allerdings trennen sie
Welten, denn das High-Shool-Leben funktioniert eben zumeist immer noch in
Kästen, Cliquen und nach sozialem Status. August versucht immer den Schein
eines guten Schülers zu wahren, handelt aber eigentlich mit Drogen, kommt aus
armen Verhältnissen und muss sich mehr oder minder selbst erziehen, da seine
Mutter starke Depressionen hat. Jack hingegen kommt aus sehr gutem Hause, ist
Sportler und eine Klischee-Vorzeigefreundin. Daher verbringen August und Jack
nur außerhalb der Schule Zeit zusammen. Problematisch wird es allerdings, als
Jack anfängt Dinge zu sehen, die eindeutig nicht real sind und nicht will, dass
irgendwer davon erfährt. August zieht also schnell mit und als Jack
mittlerweile eine komplette Fantasiewelt neben unserer sieht, in der er der
Wicker King und August sein Ritter ist, begeben sich beide auf eine Quest nach
dem „Unsagbaren Blau“. So hoffen beide, dass alles besser wird, wenn sie die
Aufgabe nur lösen.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover, Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
An Gestaltung und Liebe zur Unterstützung des Lesevergnügens und –flusses
hätte man eigentlich nicht mehr tun könne, als hier vollbracht wurde! Das Cover
selbst ist schwarz, mit goldenen Lettern, die den Wicker King untersetzen und
unter dem Schutzumschlag versteckt sich ein komplett schwarzes Buch. Schon von
der Seite sieht man, dass auch die Seiten im Buch dunkel eingefärbt sind und so
werden die Seiten mit zunehmender Anzahl immer dunkler, bis man tatsächlich
weiße Lettern auf komplett schwarzem Papier vor sieh hat. Dies unterstützt das
Abdriften von Jack und August in die Fantasiewelt und die schlimmer werdenden
psychischen Probleme optisch sehr gut und schafft eine passende Atmosphäre!
Unterstützend zum Test gibt es auch immer wieder Fotografien, Zeichnungen,
Notizen und psychologische und polizeiliche Berichte. Diese sollte man zum
Verständnis auch tatsächlich lesen.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ich weiß durchaus, dass es ein heikles Thema im Roman ist und man immer
aufpassen muss, wenn die Charaktere im Buch nicht rechtzeitig die passende
Unterstützung bekommen und auch selbst vermehrt nicht optimal handeln. Dies ist
aber einfach menschlich. Jeder trifft Fehlentscheidungen, hier leider mit
größeren Konsequenzen. Nichts desto trotz finde ich die Geschichte und Art und
Weise der Schreibung unglaublich spannend! Die Kapitel sind eher sehr kurz
gehalten, oft 1-2 Seiten. Die Schreibweise ist sehr jugendlich, da musste ich
vielleicht ein paar wenige Kapitel reinkommen, aber das hat mich nicht weiter
gestört. Die Überschriften waren vielleicht das ein oder andere Mal etwas
suspekt, aber für mich haben sie nach einem Kapitel stets Sinn gemacht, rein
von der Empfindung her. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass Kapitel häufig
offen gelassen sind oder von der Autorin ein Cut gemacht worden ist. Ich fand
es sehr mutig, denn aus Erfahrung mögen viele so viel Interpretationsspielraum
nicht. Für mich wurden zum Ende aber alle Fragen geklärt und ich glaube, ein
Cut wurde vor allem dann gemacht, wenn auch August und Jack nicht weiter über
etwas nachdenken wollten und sich manchmal einfach Ihrem Tun ergeben haben. Was
mich zu den Charakteren bringt. Beide Protagonisten sind psychisch nicht ganz
gesund, der eine mehr, der andere weniger. So haben beide eine sehr ungesunde
Beziehung zueinander, die im Verlauf geklärt wird und auf die die Autorin im
Nachwort noch einmal eingeht. Generell sehe ich es so, dass August weitaus mehr
beleuchtet wurde. Er ist definitiv kein Vorbild und leidet, wie Jack, unter
fehlender elterlicher Erziehung oder generell Erziehung und Fürsorge von
Erwachsenen. Hier wird gezeigt, was passiert, wenn Jugendliche selbst in eine
erwachsenere Position gedrängt werden und im Grunde wissen, dass sie eben erst
17 Jahre jung sind! Was dem ein oder anderen fehlen könnte, sind dann jedoch
die tieferen Gedanken der beiden Protagonisten, was sie fühlen und warum
vielleicht. Die Beziehung von Jack und dessen eigentlichen „Freunden“ wird nur
peripher angeschnitten. Und die Reaktion und das fehlende Handeln von August
Freunden ist vielleicht etwas fragwürdig, da keiner das richtige zu tun
scheint. Zu beachten ist hier allerdings immer noch, dass es Kinder sind und
das Freundschaftslevel leicht ungeklärt bleibt. Mich persönlich hat das alles
zwar nicht gestört, da ich auch gern selbst Interpretationsfreiheiten haben
möchte und auch den Mut zur Einfachheit schätze, allerdings könnte es für den
ein oder anderen das Lesevergnügen mindern.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Fazit des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ein sehr großartig gestaltetes Buch mit Schaffung der
perfekten Atmosphäre zum Inhalt. Das Thema der ungesunden Beziehung zwischen
August und Jack fand ich ungemein spannend, und wie es sich auf die
Halluzinationen ausgewirkt hat. Die Autorin hat Mut zum Cut und für
Interpretation gelassen und sich eher auf ein- bis zweiseitige Kapitel
konzentriert. Die ist natürlich Geschmackssache, meinen hat es dafür getroffen!
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Wem würde ich das Buch empfehlen? ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Wer sich für Geschichten Jugendlicher mit psychischen
Störungen interessiert und es auch mal gern kurz, knapp und mit Cuts mag, dem
sei der „Wicker King“ unbedingt empfohlen. Allerdings ist es eher für
Jugendliche ab 16 wie ich finde, in jedem anderen Fall, sollten die Eltern das
Buch vorher gelesen haben!
4 von 5 Sternen
Simone von >Die Librellis<
ehemals Nickypaulas
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