Der Auftakt einer neuen düsteren
Jugendbuchreihe! Eine erschreckende Dystopie über England, in dem jeder Mensch,
der nicht adlig ist, 10 Jahre Sklavenarbeit ableisten muss. In solch einer Welt
begleiten wir die Geschwister Abi und Luke, die leider voneinander getrennt
werden. Während Luke in die dreckige Fabrikstadt Millmoor kommt und dort ums
Überleben kämpft, muss Abi erkennen, dass ein prunkvolles Anwesen gar nicht so
prunkvoll und schön ist, wie sie gehofft hat.
Schon das Cover hat mich vor Monaten
angesprochen, doch als ich den Klappentext las, wusste ich, dass ich es lesen
musste. Ich liebe Dystopien, je düsterer umso besser. Besonders wenn es dann
noch gutgeschrieben ist, wie in diesem Fall. Allein die Einführung hat mich
schon gefesselt, weil man unbedingt wissen wollte, wie es eigentlich
ursprünglich zu der Szene kam und wie die Leute zu der Person im Prolog
gestanden haben.
Das Schönste an dem Buch war aber
die Tatsache, dass ich – die wirklich schon ziemlich viele Dystopien gelesen
hat – nicht immer vorhersehen konnte, wie es weitergeht. Der Spannungsbogen zog
sich für mich von Anfang bis zum Ende des Buches hin. Die Szenen hören manchmal
aber auch an den spannendsten Stellen auf, während wir dann den Szenenwechsel von
Luke zu Abi oder zurück erleben. Es ist immer wieder erschreckend, was Macht
mit Menschen anstellt.
Außerdem fand ich es großartig, dass
es ein wenig in die politische Richtung ging. Das gehört für mich bei Dystopien
oft mit dazu. Wenn das fehlt, ist diese Genre für mich irgendwie nicht ganz
rund, aber hier konnte ich mich nicht beklagen. Auch wenn ich mit Abi nicht so
warm geworden bin und mich etwas mehr auf Lukes Szenen gefreut habe, gefielen
mir die verschiedenen Sichtweisen. Für mich hätte der Aspekt, der auch im
Klappentext schon angesprochen wurde, mit dem Verlieben gar nicht
hineingemusst, wenn ich ehrlich bin. Ich finde, das Buch hat auch so von seiner
Story einfach viel zu erzählen und mitzufiebern gehabt.
Des Weiteren verdient die Autorin
einen weiteren Pluspunkt, weil das Buch sich zwar um eine düstere Welt dreht,
in der Gewalt gegen Sklaven an der Tagesordnung steht, doch nichts ist so
übertrieben, dass man Angst haben muss, es wirklich einem Jugendlichen in die
Hand zu drücken. Toll fand ich auch die unterschiedlichen Charaktere, die man
alle gut voneinander entscheiden konnte und vor allem, dass manchmal alles
anders ist, als man denkt.
Was außerdem noch erwähnenswert ist,
ist das Thema „Gabe“, die scheinbar nur die Oberschicht besitzt, wobei wir ja
schon früh jemanden kennenlernen, bei dem es eben nicht so ist. Irgendwie
bleibt für mich nur die Frage offen, warum es eben nur diese Personen trifft
und nicht die normalen Bürger. Liegt es am Blut? An was sonst? Aber wir haben
ja noch eine Fortsetzung, die kommen wird. Vielleicht wird das dann noch einmal
richtig geklärt.
Alles in allem kann ich dieses Buch
nur empfehlen, wenn man düstere Dystopien mag. Wenn man jedoch lieber etwas
Harmloseres liest, sollte man vielleicht nicht unbedingt dazu greifen, denn die
Abgründe einiger Menschen in diesem Buch sind wirklich tief.
Ich vergebe 4,5 Sterne.
Nicky von
>Die Librellis<
ehemals Nickypaulas
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