Samstag, 13. Oktober 2018

Du wolltest es doch

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Um was geht es? ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Du wolltest es doch ist das erste Buch, das ich von der Autorin lese, daher kann ich keine Vergleiche zu anderen Titeln ziehen.

In diesem Buch geht es um Emma, die hübsch und beliebt ist, wenn auch nicht gerade die angenehmste Freundin. Da man als Leser all ihre Gedanken mitlesen kann, weiß man, dass sie vieles nur künstlich spielt, um beliebt zu sein, ihre wahren Beweggründe hält sie jedoch verborgen. Eigentlich ist sie eine sehr arrogante, eingebildete, diebische und niederträchtige Person. Aber sie weiß es gut zu überspielen.
Und da sie immer cool sein will, hat sie auch kein Problem bei einer Party für die Coolness ein paar Pillen einzuwerfen. Dumm nur, dass das alles sehr nach hinten losgeht und sie am nächsten Morgen halb bewusstlos vor der Haustür ihrer Eltern zu sich kommt und eigenartigerweise jeder in der Schule weiß, was sie die Nacht mit den Jungs getrieben hat, ohne sich selbst daran zu erinnern…  

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine Meinung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Ich muss ehrlich sagen, dass ich kein wirkliches Mitgefühl für Emma aufbringen kann. Sie tut mir nicht leid, auch wenn ihr etwas Schreckliches zugestoßen ist. Ich finde, es war Karma, denn sie ist so eine hinterlistige, unaufrichtige und hinterf. Freundin gewesen, dass ich keine Sympathie für sie aufbauen konnte. DENNOCH ist es nicht in Ordnung, was geschehen ist und ich bin definitiv der Meinung, dass die Jungs ihr Fett wegbekommen müssen. Es geht nicht, dass man eine wehrlose Frau zu viert in so eine Lage bringt, obwohl man genau weiß, dass sie nicht zurechnungsfähig ist. Und das alles dann auch noch zu filmen und ins Netz zu stellen ist unter aller Sau.
Also ja, in dem Punkt tut mir Emma dann doch schon leid, denn das sollte niemand erleben müssen. Damit ist ihr Leben zerstört und auch das der Jungen - wobei alle Beteiligten daran Schuld tragen - in meinen Augen. Emma, weil sie sich abgeschossen hat, bis nichts mehr ging und die Jungs, weil sie einfach A-Löcher sind und diese Situation ausgenutzt haben.
Ich habe während des Lesens viele Emotionen erlebt. Da ich selbst Personen kenne, die etwas ähnliches - wenn auch nicht so heftiges wie hier - erlebt haben, hatte ich eigentlich auf eine Protagonistin gehofft, auf deren Seite ich durch und durch stehe. Mit der ich mitleide und für die ich innerhalb des Buches einstehen möchte, während sie die schrecklichen Phasen übersteht und wieder ins Leben zurückführt.
Das war zumindest das, was ich erwartet habe.
Aber auch, wenn ich Emma immer noch nicht mag und sie wohl auch nie mögen werde und auch wenn ich nicht richtig dadurch mit ihr mitleiden konnte, fand ich das Buch gut. Die Autorin hat kein unschuldiges Mauerblümchen gewählt, sondern eine Person, die so falsch ist, wie man nur falsch gegenüber Freunden sein kann.
Aus diesem Grund hat man ein ganz anderes Verhältnis als Leser zu Emma und das fand ich ehrlich gesagt GUT!
Ja, es war überraschend. Ja, es war anders als erwartet und genau deshalb kann ich diesem Buch trotz das ich Emma nicht mag volle Punkte für die Umsetzung, den Schreibstil und die Story geben.
Gerade weil es eben anders war und man trotz der Abneigung gegen alle Beteiligte wissen wollte, wie es nun letztlich ausgeht.

Kurz um: Das Buch hat mich überrascht und dennoch konnte ich genau das lesen, was ich erhofft hatte. Kritik könnte man hier und da durchaus anbringen, was manche längeren Szenen angeht, doch da das Gesamtbild der Story genau das ist, was ich erhofft habe, kann ich darüber hinwegsehen, dass manche Szenen etwas langgezogen sind.

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Fazit des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Anders als erwartet und doch gut

4,5 von 5 Sternen

Nicky von >Die Librellis<
ehemals Nickypaulas Bücherwelt