~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Vorweg ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Mit dem
„Fluch des Suadus“, erschienen 2014 im familia Verlag, setzt Amanda Koch ihre
„Wächter von Avalon“ Triologie fort.
Nachdem ich
mit Buch 1 zum Teil sehr zu kämpfen hatte, gab es hier in den meisten Bereichen
eine deutliche Steigerung und ließ sich sehr viel angenehmer lesen.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Inhalt des Buches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Nachdem Esmé
nun endlich zu ihrer wahren Gestalt gefunden hat und Skarok besiegt ist, ist
die größte Gefahr für die Wächter von Avalon zunächst einmal gebannt. Trotzdem
kehrt damit nicht automatisch Frieden in ihrem Leben ein, denn die Kraft von
Avalon schwindet zunehmend und so müssen sich die nun vollzähligen Wächter auf
den Weg nach Amaduria machen, denn ein Ereignis aus der Vergangenheit scheint
schwere Auswirkungen auf Amaduria sowie Avalon zu haben. Und so folgen die
Geschwister einer alten Schriftrolle und einer Vision Evolets nach Juamé, wo
das Schwert des Windes verwahrt wird.
Und auch
Aylórien führt ihr Weg nach Amaduria, denn nun da die Tore
sich öffnen folgen die Lichtelfen der Prophezeiung und kehren in ihr Land
zurück.
Doch sie
müssen feststellen, dass auch ihrer Lebensquelle Gefahr droht, denn die dunklen
Schatten des Mondes werden immer stärker und wirken sich auf ganz Amaduria aus.
Aylórien muss ihrer Bestimmung folgen um einem Geheimnis aus alter Zeit auf die
Spur zu kommen, das auch für die Wächter von großer Bedeutung ist. Kann sie die
Kraft der smaragdgrünen Sonne wieder in Amaduria erstrahlen lassen?
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Cover,
Bilder und Gestaltung ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Das Cover
ist im Grundaufbau dem des ersten Bandes sehr ähnlich, dieses Mal aber in Grau
und Dunkelblau gehalten, was ganz gut zur allgemein etwas angeschlagenen Lage
in Amaduria passt, bzw. sicherlich Evolets saphierblaue Augen wiederspiegelt
soll, die in diesem Band doch eine etwas größere Rolle einnehmen, genau wie die
Wächterin selber, weshalb sie, gekleidet in einer Rüstung mit dem Symbol der
Wächter, auch gleich das Cover ziert. Ihr Blick ist auf den männlichen Kopf auf
der linken Seite des Bildes gerichtet, verrät eine Spur Angst, aber auch noch
etwas recht Undeutbares, was ich sehr gut finde, denn allein vom Cover hab ich
nicht mit dem späteren Verlauf der Geschichte gerechnet. Rechts unten ist der
Ansatz einer turmreichen Stadt zu sehen, wobei ich hier nicht recht weiß ob es
sich hierbei um Vadan oder Dembaal handelt, denn beide habe ich mir etwas
anders vorgestellt, was dem Bild an sich aber keinen Abbruch tut, denn sie
sieht auf jeden Fall sehr interessant aus und lässt Vorfreude auf das Erkunden
von Amaduria aufkeimen.
Im
Hintergrund ist im Torbogen dieses Mal der Feuervogel unter einer Triskele
dargestellt, das Zeichen der Wächter, welches auch in diesem Band noch einmal
verstärkt an Bedeutung gewinnt.
Alles in
allem ist dieses Cover wie sein Vorgänger sehr schön, interessant und
informativ, ohne dabei zu viel zu verraten.
Im Innenteil
befindet sich dann zum Glück die schon in Band 1 herbeigesehnte Karte, ohne die
ich dieses Mal wirklich die Orientierung verloren hätte, denn es spielen sehr
viele Orte und Namen eine Rolle, die sonst vermutlich immer wieder zwischendrin
völlig in Vergessenheit geraten wären, hätte ich sie nicht in örtlichen Bezug
setzen können.
Die zweite
Karte am Schluss des Buches hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen, da ich mir
die Position des Grenzlandes auch so ganz gut vorstellen konnte, stört aber
auch nicht.
Die
Zusatzinformationen wie die Runenabbildungen und vor allem die Chronik ist sehr
hilfreich, da ja doch Ereignisse aus verschiedenen Epochen eine Rolle spielen,
die miteinander in Verbindung stehen und man alles noch einmal Revue passieren
lassen kann, wenn es während des Buches vielleicht nicht ganz klar herüber
gekommen sein sollte.
Klappen –
und Rückentext sind wie beim Vorgänger wieder sehr gut gestaltet und machen
neugierig.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Meine
Meinung zum Buch ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Schreibstil:
Während
Amanda Kochs Schreibstil im Vorgänger zum Teil recht inkonsequent von sehr
malerisch zu plötzlich sehr nüchtern schwankte, ist er hier weitaus
ausgeglichener, da er viel erzählender ist und die sonst zum Teil etwas
holprigen Gespräche eher etwas zurücktreten, sodass man sich voll auf das in
den meisten Fällen sehr detailliert beschriebene Amaduria konzentrieren kann.
Der Umbruch
vom malerisch-erzählenden zu einem etwas schnelleren Schreibstil um die
Spannung zu erhöhen ist in Band 2 auch deutlich besser gelungen, hat trotzdem
aber noch Luft nach oben, denn wirklich mitgefiebert habe ich nur an sehr
wenigen Stellen.
Die größte
Verbesserung hat sich für mich allerdings darin ergeben, dass
Perspektivenwechsel innerhalb einer Szene nun viel besser übergeleitet werden
und man nicht mehr über Szenen stolpert, wo mal eben jemand von einer Sekunde
auf die nächste weg ist.
Aufbau und Storykonzept:
Genau wie
Band 1 ist die Fortsetzung auch wieder in größere Kapitel gegliedert und
innerhalb in unterschiedlich vielen kleineren Abschnitten, die zumeist mit
einem Personen- oder Szenenwechsel einhergehen. Da dies nun auch optisch
deutlich besser gegliedert ist, erhält sich der Lesefluss wesentlich besser,
weil man sich einfach darauf einstellen kann, dass gleich etwas Neues kommt.
Zusätzlich
gibt es noch Epi- und Prolog, wobei ich sagen muss, dass sich die Autorin
gerade mit dem Epilog ins eigene Fleisch geschnitten hat, denn es passiert
darin leider etwas Unschönes mit einem Charakter den man erst später kennen
lernt und der mir eigentlich sehr gefallen hätte. Da ich aber schon von Anfang
an wusste, was ihm widerfahren wird, habe ich gleich gar keine Beziehung zu ihm
aufgebaut, was mir viele Momente sehr ernüchtert hat, die sonst sicher viel
schöner gewesen wären. Vielleicht war dies auch beabsichtigt, damit man es Esmé
nicht ganz so übel nimmt, denn immerhin ist sie für dessen Unglück
verantwortlich, ist bei mir allerdings genau ins Gegenteil umgeschlagen. Hätte
sie dieses eine Detail nicht erwähnt, hätte der Epilog durchaus eher für
Neugierde sorgen könne, so hat er aber meinen Prass auf Esmé nur verstärkt.
Generell
gibt es dieses Mal auch wieder verschiedene Handlungsstränge, die gut
voneinander getrennt und doch letztendlich miteinander verwoben sind, da viele
Dinge aus der Vergangenheit eine Rolle spielen, die sowohl Auswirkungen auf die
jetzige Situation haben, als auch bereits in Band geschehene Dinge noch einmal
näher oder anders beleuchten. Hier beweist die Autorin, dass sie sich viel Mühe
mit der Erschaffung des Gesamtkonzeptes von Amaduria/Avalon/irdischer Welt
gegeben hat und die ganze Geschichte auch wirklich Hand und Fuß hat, was ihr
hoch anzurechnen ist, denn viele Stränge geschickt zu verweben, vermag weiß die
Göttin nun wirklich nicht jeder Autor.
Amadurias
Grundlage auf dem Gleichgewicht der Elemente und den Bezug zu den Reichen ist
zwar nicht so neu, aber doch sehr interessant gestaltet. Allerdings hatte ich
das System auch schon nach dem ersten Mal begriffen und für mich zog sich dann
jede weitere Erläuterung und Erwähnung über das Gleichgewicht der Elemente wie
Kaugummi und ich hatte das Gefühl es dreht sich grade alles im Kreis.
Ziemlich
viel Zeit verbringen die Charaktere dieses Mal auch mit Reisen, was ich
persönlich sehr schön finde, denn so lernt man Amaduria mit ihnen kennen, was
für mich den größten Reiz an diesem Band dargestellt hat.
Verhältnismäßig
klein fällt dann wieder der Teil des Zusammentreffens mit dem „Hauptgegner“
aus, was ich ein bisschen schade fand, denn Suadus an sich schien kein uninteressanter
Antagonist und gerade sein Zwiespalt zum Schluss hätte ich mir noch
ausführlicher gewünscht, denn so macht es für mich ein Teil seiner Handlung
keinen Sinn. Außerdem hätte es noch anderweitig Potenzial für eine unerwartete
Entwicklung gehabt.
Und leider
begannen die Geschwister in einer Sache wieder so zu handeln, dass ich mir
dachte gerade naive Kleinkinder vor mir zu haben und nicht mächtige Wächter von
Avalon, was mir ein bisschen das inzwischen aufgebaute Bild von ihnen ruinierte.
Einen Punkt
den ich Amanda Koch wirklich zu Gute halten muss, ist allerdings, dass sich die
Liebesgeschichte von Raven und Esmé nicht wie erwartet sehr kitschig gestaltet,
sondern tatsächlich eines bestimmten Faktes zu Grunde, sehr nüchtern und eher
im Hintergrund bleibt, was ein wenig überraschend, aber mehr als angenehm war.
Somit ist auch die Möglichkeit gegeben beide eigene Wege gehen zu lassen, ohne
das Esmé wie das fünfte Rad am Wagen an den Wächtern klebt. Ich hoffe
inständig, dass dies auch in Band 3 beibehalten wird, wobei der Epilog Böses
erahnen lässt.
Charaktere:
Nach meinen
Schwierigkeiten Mit Esmés Charakter im ersten Band, hatte ich große Hoffnungen,
dass sie nach ihrer Wandlung nun sympathischer werden würde, aber leider blieb
sie für mich genauso rücksichtslos und egoistisch wie eh und je. Und auch der
angedeutete Handlungsstrang für Band 3 geht in eine Richtung, der daran
vermutlich nichts ändern wird. Und obwohl sie hier im Grunde allein ihrem Weg
folgt und sich der Gefahr aussetzt, finde ich sie als Charakter ziemlich
schwach, denn sie besitzt in meinen Augen wenig Selbstantrieb, wenn es nicht
gerade um Raven geht, und vor allem wenig innere Stärke, sondern jammert viel
rum und verlässt sich zu oft auf die Hilfe anderer.
Außerdem
fand ich es äußerst schade, dass sie nicht mal einen einzigen Gedanken für ihre
Familie übrig hatte, es fast so war als hätten diese nie existiert, und es erst
wieder um ihr menschliches Leben ging, als ihr plötzlich klar wird, dass es
auch Vorteile hatte. Natürlich hatte sie nie wirklich einen Bezug zu ihnen,
aber dennoch haben sie sie 18 Jahre behütet, waren aber nur Mittel zum Zweck.
Durch meine
innerliche Abwehrhaltung ihr gegenüber ließen mich auch viele vielleicht für
andere dramatische oder spannende Szenen völlig kalt und ich war einfach nur
froh wenn es wieder um jemand anderen ging, was zum Glück oft der Fall war.
Auch Ravens
Sympathieranking nahm leider innerhalb des Bandes stetig ab, denn ein sehr
unschöner Charakterzug kommt immer mehr durch und wenn er sich in Band 3 weiter
in diese Richtung entwickelt, sind die Beiden wirklich die besten Kandidaten
für den Award für das unsympathischste Traumpaar.
Dafür hat
sich eine andere Hoffnung erfüllt und meine beiden bisherigen Lieblingspersonen
Evolet und Nagaina gewannen deutlich an Bedeutung und auch Charakter, sodass
ich versöhnt war. Trotzdem muss ich bemängeln, dass alle Mädchen im Vergleich
zu den drei anscheinend absolut furchtlosen und alles könnenden Jungs, die
meiste Zeit furchtbar schwach und hilflos erscheinen.
Leider fehlt
mir auch bei allen Charakteren, die eine Entwicklung durchmachen, das konkrete
Miterleben ihrer Wandlung, der Moment der Erkenntnis, ein Ereignis aus dem sie
gestärkt hervorgehen, weil es etwas in ihnen bewegt hat. Dabei gab es einige
Szenen, die sich dafür sehr gut geeignet hätten, aber dann meist einfach nur
jemand/etwas anderer/s aufgetaucht ist, der ihnen Stärke oder Mut gegeben hat
und dann merkten plötzlich die Charaktere in der Umgebung, dass der Betreffende
sich verändert hat. Gerade bei Evolet gab es so einige verschenkte Momente, wo
ich gern miterlebt hätte wie sie „erwacht“, um mich ihr noch näher zu fühlen, aber
das Mitfiebern blieb leider aus.
Etwas Schade
fand ich auch die Rolle die Quinlan in diesem Buch zugefallen ist, vor allem
aber, dass es im Grunde dann so schnell abgehakt wurde. Ich hoffe ganz
inständig, dass es weitgreifendere Auswirkungen hat, ansonsten fand ich es zu
dramatisch für den lapidaren Lerneffekt den es letztendlich hier hatte.
Die Amaduria
eigenen Charaktere und Kreaturen waren zum Großteil sehr fantasievoll und
liebevoll beschrieben, manchmal fehlt es dabei aber etwas an Detail bzw. gerade
bei Tieren wird manchmal der hilfreiche Vergleich zum realen Pendant was
Körperbau ect. angeht vergessen, sodass man sie sich wirklich exakt vorstellen
kann. Denn sie haben alle eigene Namen, wiesen aber in ihrer Beschreibung doch
Ähnlichkeiten mit bereits existierenden Fabel – oder realen Wesen auf, ich mir
aber gerade bei den Arganù war ich mir nicht sicher, ob es sich hierbei nur um
anders benannte Einhörner handelte.
Sehr
interessant gestaltet waren auf jeden Fall die beiden Göttinnen, die ich beide
auch vom Charakter mochte.
Fazit:
Trotz der
deutlichen Steigerung zum ersten Teil und einer sehr schönen Fantasiewelt,
konnte mich auch Band 2 nicht ganz fesseln, es fehlte einfach der letzte Funke,
was aber wahrscheinlich zum Großteil daran liegt, dass ich überhaupt nicht mit
Esmé/Aylórien klar komme. Aber allein um die anderen Charaktere und Amaduria
besser kennen zu lernen, hat sich das Weiterlesen durchaus gelohnt. Und da mich
Amanda Koch mit nicht eintretenden Befürchtungen aus Band 1 bereits überrascht
hat, freue ich mich nun auch auf den Abschluss der Triologie.
~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Wem würde ich das Buch empfehlen? ~
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
„Der Fluch
des Suadus“ ist nun wirklich reine High-Fantasy, da er sich nur in Amaduria und
Avalon abspielt. Wer Lust hat eine fantasievolle Welt mit Geheimnissen und
durchaus überraschenden Wendungen zu erforschen, ist hier sehr gut aufgehoben. Auf
jeden Fall sollte man Band 1 vorher gelesen haben, sonst wird man schwer in die
Geschichte finden, da doch sehr viel miteinander verknüpft ist und eine
Vielzahl Charaktere vorkommen.
Taja
von
Nickypaulas Bücherwelt
